Der Fall "Höllein vs. Quelle aus 2003"


Ein Reisebericht

(von Henning Höllein)

Mitten ins Geschehen

Am 20.06.03 erreicht uns ein Brief der InFoScore Inkasso-KG. Er war am Vortag abgeschickt worden und enthielt die Forderung über 1.242,05 Euro an Quelle, zuzüglich Inkasso- und ähnlicher Gebüren von über 200 Euro.

Was war passiert?

Meine Frau hat anfang des Jahres mehrere Möbel bei Quelle bestellt, um ihre neue Wohnung einzurichten. Die Lieferung war in Ordnung und ohne Beanstandung. Es ist insgesamt eine nicht unerhebliche Summe zusammen gekommen, so dass meine Frau die Möglichkeit zur Ratenzahlung gerne annahm.
Original

Den Lieferungen der Möbelstücke lagen bereits vorgedruckte Überweisungsträger bei, jedoch jeweils nur zwei, also viel zu wenige für die 24 Raten. Das sollte aber kein Problem sein, stand doch schließlich dabei, dass man sich keine Sorgen zu machen braucht und immer automatisch und pünklich neue Exemplare zugeschickt bekommt.

Nachdem nun die ersten beiden Monatsraten bezahlt waren (Januar und Februar), gingen die Vordrucke auch schon zur Neige. Im März kamen aber keine neuen. Meine Frau rief das Service-Center von Quelle an: Kein Problem, man werde welche zusenden.

Wieder gingen einige Tage ins Land und wir riefen erneut an: Oopsi, ja sicher, die schicken wir direkt los.

Mea culpa

Nun kam eine Mahnung. Wir sollten endlich zahlen und gleich sieben Euro Mahngebühren drauflegen.
Original

Dummerweise haben wir genau da geheiratet, so dass die Mahnung in ihrer Priorität hinter die Hochzeitsvorbereitungen rutschte.

Das war aber gar nicht schlimm, denn Quelle hat netterweise direkt eine Mahnung nachgeschickt. Für uns war es die zweite, für Quelle die letzte. Mit ihr wurden nämlich alle Ratenverträge gekündigt. Wir sollten das Geld in einem Schlag überweisen.
Original

??????

Ich habe zunächst ein wenig sparsam geguckt, als ich das las. Letzte Mahnung? Kündigung? schon wieder Mahnkosten?
Natürlich habe ich sofort ein Fax abgesetzt, das - zugegeben - nicht wirklich freundlich geklungen haben muss: Zunächst entschuldige ich mich für die verspätete Bearbeitung wegen der Hochzeit. Danach widerspreche ich der Kündigung des Ratenvertrags, den Mahngebühren und einer Nachforderung für Februar. Ich bitte recht deutlich um Klärung der Angelegenheit bis zum 06.06.2003, dem Freitag vor Pfingsten.
Original

Wenn die rechte Hand nicht weiß ...

Der Sachbearbeiter bei Quelle, Herr R., denkt gar nicht daran, auf unsere Frist zu reagieren. Das lange Pfingst-Wochenende vergeht und die neue Woche beginnt. Dienstag kommt Post von Quelle, gleich zwei Briefe. Leider klärt keiner von beiden die Angelegenheit auf. Dafür bekommen wir zweimal einen Bogen mit Überweisungsträgern - auch schön.
An dieser Stelle sollte ein Original kommen, aber ich schenke mir das Einscannen der Vordrucke.

Am 14. Juni schreibe ich erneut. Seit dem letzten Fax sind schließlich zwei Wochen vergangen. Da Quelle ja bereits rechtliche Konsequenzen angedroht hat, tue ich das nun meinerseits auch. Ich kündige die Veröffentlichung an und stelle eine Rechnung für Kosten in Höhe von 15 Euro für Porto, Telefon und Co. aus. Gleichzeitig erkläre ich mich bereit, alles auch ohne anwaltliche Unterstützung meinerseits zu regeln, die ja wieder neue Kosten verursachen würde. Allerdings dränge ich auf eine Frist bis zum 20.06.03. Quelle hat also wieder knapp eine Woche zeit.
Original

... was die Linke tut.

Und nun sitzen wir hier. Statt des Schreibens von Quelle war eine Inkasso-Firma so nett, uns zu beehren. Es ist Samstag, kein Anwalt und keine Verbraucherzentrale werden sich das Wochenende rühren. Also werden wir auf den Montag warten müssen.
Ach ja - wir haben eine Frist bis zum 28.06.03 gesetzt bekommen. Ist bis dahin das Geld nicht eingegangen....
Original

Fragen über Fragen

Liest unsere Schreiben eigentlich jemand bei Quelle? Heute kam nämlich ein Brief zurück mit folgendem Inhalt:
Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir haben die Angelegenheit am 18.06.03 an eine andere Stelle weitergegeben. Bitte gedulden Sie sich, bis sie von dort hören.

?????

Was für eine Stelle? Eine andere Abteilung im Hause (sicherlich ist das Inkasso-Unternehmen gemeint, aber das wagt wohl keiner auszusprechen)? Wenn das am 18. erst weitergeleitet wurde, warum hat man dann nicht auf die beiden Schreiben selbst reagiert, schließlich kamen beide rechtzeitig vorher? Warum wird meine Frau immer noch mit Ihrem Mädchennamen angeschrieben, den neuen haben wir bereits im ersten Fax mitgeteilt?

?????

Original

Also doch der Anwalt

Mir ist die Sache so zu heikel. Ich statte meinem Anwalt also einen Besuch ab. Er hat mir schon in der Geschichte mit German Parcel geholfen. Er setzt sofort einen Brief an Quelle auf:
"Die bisher nicht erfolgte Zahlung unserer Mandantin liegt nicht am Zahlungsunwillen, sondern an der verzögerten Bearbeitung in Ihrem Hause. Es war mehrfach um Überweisungsträger gebeten worden, die erst jetzt vorliegen. Wir haben unserer Mandantin geraten, sofort zu zahlen, und zwar 324,05 Euro (245,13 Euro Rückstand + 78,92 Euro für Juni 03). Mahnkosten uns Zinsen erkennen wir nicht an."

Original

Dem Rat des Anwalts folgen wir auf der Stelle und überweisen noch am selben Tag den Betrag. Die Inkasso-Firma werden wir ignorieren und auf keinem Fall Geld überweisen. Da die Forderungen dieser Partei nach unserer Meinung unberechtigt sind, können wir auch einer gerichtlichen Klärung gelassen entgegen sehen. Diese wird uns auch schon kurze Zeit später angedroht.

Original

Die Stellungnahme

Über unseren Anwalt erreicht uns nun ein Schreiben von Quelle.
"Gern haben wir uns Ihrer Sache angenommen"
Ihre Mandantin hat uns nicht über die Namensänderung informiert, daher kam alle Post unzustellbar zurück. Wir haben hier noch ein paar Summen, die noch überwiesen werden müssen, danach kann die Ratenzahlung wieder einsetzen. Die Inkassoübergabe wurde rückgängig gemacht.
Original

Die ausgewiesenen Raten überweise ich direkt, allerdings unter ausdrücklichem Vorbehalt. Darüber hinaus setze ich direkt ein weiteres Fax ab mit der Bitte um Klärung. Die geforderten Beträge weisen nämlich gleich mehrere Unstimmigkeiten auf. Die Raten ändern sich laufend, bis September 03 gibt es keine zwei gleichen Beträge. Für Juli wurde ein Eingang vermeldet, dennoch wird für den gleichen Monat eine saftige Forderung von über 90 Euro erhoben.
Original

Ich warte mit Spannung auf die Stellungnahme der Gegenseite.

To be continued ...


Haben Sie ähnliches erlebt? Werfen Sie mir Ihre Geschichte per Formular in den virtuellen Briefkasten oder schicken Sie mir eine Email.